Story First

Was ist deine Story im Digitalzeitalter?

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Gemeine, kleine, elementare Fragen: Why How What

Es gibt da einen Effekt, unter dem jeder Experte leidet: Das ist der Curse of Knowledge. Jeder, der sich lange und intensiv mit derselben Materie beschäftigt, erlangt zwar breites und tiefes Wissen darüber – wird aber gleichzeitig betriebsblind, was daran relevant ist, der Außenwelt zu vermitteln. Noch dazu haben wir oft einen blinden Fleck genau für die Themen, die uns am selbstverständlichsten erscheinen – und vergessen einfach, dass sie es wert wären, erzählt zu werden. Es ist einfach unendlich schwer, die eigene Geschichte zu erzählen.

Jetzt ist es aber obendrein so, dass genau diese permanent gefragt ist: Ständig will die Außenwelt von dir wissen, wer du bist, was du tust – und warum. Das gilt im Privatleben genauso wie in der Business-Welt und im großen Graubereich dazwischen. Das gilt für die vielen, digitalen Kommunikationskanäle, die 24/7 bespielt werden wollen. Hinter diesen scheinbar harmlosen Fragen, Wer bist du? Was tust du? Warum tust du, was du tust? verbergen sich in Wirklichkeit sehr elementare Fragen, auf die es unendliche viele Antworten gibt; noch dazu scheinen diese sich nach Tageslaune und Weltgeschehen ständig zu verändern. Hier entsteht ein echtes Dilemma zwischen der eigenen Betriebsblindheit und der Notwendigkeit, der Welt permanenent deine Story zu vermitteln.

Ich habe es irgendwann zu meiner Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, diese Fragen für sich grundsätzlich zu beantworten; die Geschichten herauszuarbeiten, die sie zwar implizit in ihren Köpfen herumtragen, die vielleicht ihre ureigenste Identität ausmachen – die sie aber noch nie erzählt haben. Dazu arbeite ich mit einem relativ einfachen Prinzip, dem Why How What. Es ist immer wieder erstaunlich, wie flach und rein faktenorientiert vor allem die Business-Welt kommuniziert – meistens beantwortet sie immer nur das What. Aber schon mit den Fragen nach dem How und dem Why dringen wir auf eine tiefere Ebene vor, auf der wir der Einzigartigkeit und dem Purpose dessen, was du tust, auf die Spur kommen (lies hierzu meinen Blogbeitrag Everything I didn’t say – Über die Sprachlosigkeit in der Business-Welt).

Die Verbindung mit dem Meta-Narrativ

Viel zu lange bedeuteten Sprache und Story in der Business-Welt, von einem Texter oder der Marketing-Abteilung ein paar knackige Sales Messages und Headlines für Pressemitteilungen texten zu lassen. Dabei sind Sprache und Story so viel mehr – sie sind das Mittel, mit dem wir unsere gesellschaftliche Wirklichkeit konstruieren. Genauso gilt das für die unternehmenseigene Wirklichkeit: Ein Unternehmen ist für alle Beteiligten ein Sinnzusammenhang, geistige Heimat, ein gemeinsamer Purpose, eine kollektive Erfahrung. Das habe ich in meinen Jahren als Führungskraft gelernt: Alle Mitarbeiter haben jede Tag aufs Neue den Drang, zu erfahren, was es ist, das sie tun, warum wir es tun, was sie selbst dazu beitragen und wie sie sich damit im Weltgeschehen einordnen. Sie wollen Orientierung, Sinn und den Grund, warum es wert ist, jeden Morgen aufzustehen und sich zu engagieren. Die Story ist das Medium, das die Antworten auf diese Fragen liefert, allen Mitarbeitern, aber auch dir selbst! Ich kenne viele Gründer und Chefs, die selbst in der Hektik des Tagesgeschäfts vergessen haben, was sie ursprünglich wollten, warum sie das alles eigentlich machen. Wenn du diese Fragen nicht beantworten kannst, hast du deine Hausaufgaben nicht gemacht: If you can’t write it down you don’t really know it. 

Das Meta-Narrativ, zu dem heute jedes Unternehmen einen relevanten Bezug finden muss, ist das Digitalzeitalter. Deshalb heißt mein Blog auch diary of the digital age – ich beschäftige mich schon länger damit, welche Parameter unserer Denk- und Handlungsmodelle sich in diesen Umbruchszeiten der Digitalisierung verändern. Gleichzeitig erleben wir mit der COVID-19-Krise derzeit ein zweites Meta-Narrativ, das sich über die Geschehnisse gelegt hat und alle Geschichten umschreibt. Merkwürdigerweise haben beide Themen viele Berührungspunkte, denn die digitale Technologie hat einen großen Impact darauf, wie menschliche Begegnungen ablaufen – was in Zeiten einer Pandemie wiederum große Relevanz hat.

Deshalb sehe ich es nicht nur als meine Aufgabe an, dir zu helfen, die oben genannten elementaren Fragen zu beantworten; und auch nicht nur, zu einer neuen Sprache jenseits des Marketing-Sprechs zu finden. Sondern wir entwickeln vor allem den größeren Sinnzusammenhang – sozusagen das große Muster, innerhalb dessen du operierst. Wir verknüpfen deine eigene Story mit dem Meta-Narrativ und entwickeln eine Argumentation, warum das, was du tust, Relevanz hat in dieser Zeit. Diese Story-Matrix entwickeln wir in meinen »Design Your Story«-Workshops.

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